Katzen des Monats 03/26 von El Gato
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Alarmzeichen Head Pressing

Begonnen von El Gato, 10.02.2026, 10:47:01 CET

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Kopfpressen

El Gato

Wenn eine Katze plötzlich ihren Kopf minuten- oder sogar stundenlang gegen eine Wand, einen Schrank, einen Tisch oder andere harte Gegenstände presst, handelt es sich nicht um ein putziges oder normales Verhalten. Dieses Symptom wird in der Tiermedizin Head Pressing genannt und ist fast immer ein Hinweis auf eine ernsthafte neurologische oder systemische Erkrankung.

Beim echten Head Pressing drückt die Katze ihren Kopf zwanghaft und anhaltend gegen eine feste Oberfläche, ohne dass sie dabei entspannt wirkt oder schnurrt. Die Katze scheint oft abwesend, desorientiert oder reagiert kaum auf Ansprache. Das Verhalten unterscheidet sich deutlich von dem liebevollen Kopfstoßen (,,head butting" oder ,,bunting") gegen Menschen oder andere Katzen, dem gemütlichen Anlehnen beim Schlafen und dem Markieren mit Duftdrüsen an der Stirn.

Head Pressing ist ein neurologisches Warnzeichen und sollte immer als dringender tierärztlicher Notfall betrachtet werden.

Typische BegleitsymptomeIn den meisten Fällen tritt Head Pressing nicht allein auf. Häufige zusätzliche Anzeichen sind:
  • Desorientierung, Verwirrtheit oder ,,ins Leere starren"
  • Zwanghaftes Kreisen oder zielloses Umherlaufen
  • Veränderungen im Verhalten (plötzliche Aggression oder Apathie)
  • Sehstörungen oder blinde Flecken (Katze läuft gegen Gegenstände)
  • Gleichgewichtsprobleme, unsicherer Gang, Stolpern
  • Krampfanfälle / Zuckungen
  • Verändertes Bewusstsein (Katze scheint ,,weggetreten")
  • Appetitlosigkeit, Erbrechen, vermehrter Speichelfluss

Je mehr dieser Symptome zusammen auftreten, desto dringender ist die sofortige Vorstellung beim Tierarzt oder in einer Tierklinik mit Neurologie-Abteilung.


Häufigste Ursachen für Head Pressing bei Katzen

Head Pressing entsteht meist durch erhöhten Druck im Schädelinneren, eine Schädigung des Vorderhirns (Prosencephalon) oder eine Vergiftung des Gehirns durch Stoffwechselgifte. Die wichtigsten Ursachen im Überblick:

  • Lebererkrankungen / hepatische Enzephalopathie
    Die Leber entgiftet nicht mehr richtig → giftige Stoffwechselprodukte (z. B. Ammoniak) gelangen ins Gehirn.
  • Vergiftungen / Toxine
    Sehr häufig! Besonders: Lilien (auch nur Pollen!), Frostschutzmittel (Ethylenglykol), Bleivergiftung (alte Farbe), bestimmte Medikamente, Haushaltschemikalien, Schimmelgifte.
  • Hirntumore
    Vor allem bei älteren Katzen (Meningeome, Gliome etc.).
  • Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis)
    Durch Viren (z. B. FIP, Tollwut – selten), Bakterien, Pilze oder Parasiten (Toxoplasmose).
  • Schwere Stoffwechselstörungen
    Starke Unter- oder Übersäuerung, zu hoher/niedriger Blutzucker, Elektrolytentgleisungen (Natrium, Kalzium, Kalium).
  • Schlaganfall / Durchblutungsstörungen im Gehirn
  • Schwere Kopfverletzungen / Hirntrauma
    Nach Sturz, Autounfall, Bissverletzung etc.
  • Portosystemischer Shunt (angeborener Leber-Gefäßfehler)
    Besonders bei jungen Katzen.
  • Andere Infektionen
    FIV, FeLV, Cryptococcus, bakterielle Meningitis.


Was sollte man tun, wenn man Head Pressing bei seiner Katze beobachtet?

  • Sofort handeln – nicht abwarten, ob es von selbst besser wird
  • Video aufnehmen (wichtig für den Tierarzt!)
  • Katze ruhig und dunkel lagern, Stress vermeiden
  • Direkt zum Tierarzt oder in die Tierklinik fahren (am besten eine mit Neurologie- und Notfall-Ausrüstung)
  • Keine Hausmittel oder Medikamente geben!

Die Ursache des Head Pressings wird j nach Verdacht durch eine neurologische Untersuchung, einem großen Blutbild (+ Leber- und Nierenwerte + Galle + Ammoniak), Infektions- und Entzündungsparameter, 
Röntgen / Ultraschall (Leber, Bauch), einem MRT oder CT des Schädels (bei Verdacht auf Tumor / Schlaganfall), einer Liquoruntersuchung (bei Verdacht auf Enzephalitis) oder einem Toxin-Screening (bei Verdacht auf Vergiftung) ermittelt.


Prognose – hängt stark von der Ursache ab
  • Bei rechtzeitig behandelter Vergiftung oder metabolischer Entgleisung → gute Heilungschancen
  • Bei FIP (trockene Form mit neurologischer Beteiligung) → früher sehr schlecht, seit 2023/2024 deutlich besser durch GS-441524 / Molnupiravir-Therapien
  • Bei Hirntumor → oft nur palliative Therapie möglich
  • Bei angeborenem Shunt → Operation möglich, aber aufwendig

Head Pressing ist kein normales Katzenverhalten – es ist ein dringender Alarmruf des Nervensystems. Wenn eine Katze dieses Symptom zeigt, zählen Stunden. Je schneller eine Diagnose gestellt und eine gezielte Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Chancen, dass die Samtpfote wieder die Alte wird. Wenn man bei seiner Katze Head Pressing beobachtet, sollte man sofort zum Telefon greifen und losfahren – lieber einmal zu viel in der Klinik als einmal zu wenig.

Tigger, Micky, Lilly und Sugar im Herzen ❤️

Rosi

Puuuh..davon lese und höre ich das erste mal heute.Da würde ich sofort zum TA gehen.


Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht
denken. Verfasser unbekannt.

Lucky-Findus

Zitat von: El Gato in 10.02.2026, 10:47:01 CETWenn eine Katze plötzlich ihren Kopf minuten- oder sogar stundenlang gegen eine Wand, einen Schrank, einen Tisch oder andere harte Gegenstände presst, handelt es sich nicht um ein putziges oder normales Verhalten. Dieses Symptom wird in der Tiermedizin Head Pressing genannt und ist fast immer ein Hinweis auf eine ernsthafte neurologische oder systemische Erkrankung.

Beim echten Head Pressing drückt die Katze ihren Kopf zwanghaft und anhaltend gegen eine feste Oberfläche, ohne dass sie dabei entspannt wirkt oder schnurrt. Die Katze scheint oft abwesend, desorientiert oder reagiert kaum auf Ansprache. Das Verhalten unterscheidet sich deutlich von dem liebevollen Kopfstoßen (,,head butting" oder ,,bunting") gegen Menschen oder andere Katzen, dem gemütlichen Anlehnen beim Schlafen und dem Markieren mit Duftdrüsen an der Stirn.

Head Pressing ist ein neurologisches Warnzeichen und sollte immer als dringender tierärztlicher Notfall betrachtet werden.

Typische BegleitsymptomeIn den meisten Fällen tritt Head Pressing nicht allein auf. Häufige zusätzliche Anzeichen sind:
  • Desorientierung, Verwirrtheit oder ,,ins Leere starren"
  • Zwanghaftes Kreisen oder zielloses Umherlaufen
  • Veränderungen im Verhalten (plötzliche Aggression oder Apathie)
  • Sehstörungen oder blinde Flecken (Katze läuft gegen Gegenstände)
  • Gleichgewichtsprobleme, unsicherer Gang, Stolpern
  • Krampfanfälle / Zuckungen
  • Verändertes Bewusstsein (Katze scheint ,,weggetreten")
  • Appetitlosigkeit, Erbrechen, vermehrter Speichelfluss

Je mehr dieser Symptome zusammen auftreten, desto dringender ist die sofortige Vorstellung beim Tierarzt oder in einer Tierklinik mit Neurologie-Abteilung.


Häufigste Ursachen für Head Pressing bei Katzen

Head Pressing entsteht meist durch erhöhten Druck im Schädelinneren, eine Schädigung des Vorderhirns (Prosencephalon) oder eine Vergiftung des Gehirns durch Stoffwechselgifte. Die wichtigsten Ursachen im Überblick:

  • Lebererkrankungen / hepatische Enzephalopathie
    Die Leber entgiftet nicht mehr richtig → giftige Stoffwechselprodukte (z. B. Ammoniak) gelangen ins Gehirn.
  • Vergiftungen / Toxine
    Sehr häufig! Besonders: Lilien (auch nur Pollen!), Frostschutzmittel (Ethylenglykol), Bleivergiftung (alte Farbe), bestimmte Medikamente, Haushaltschemikalien, Schimmelgifte.
  • Hirntumore
    Vor allem bei älteren Katzen (Meningeome, Gliome etc.).
  • Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis)
    Durch Viren (z. B. FIP, Tollwut – selten), Bakterien, Pilze oder Parasiten (Toxoplasmose).
  • Schwere Stoffwechselstörungen
    Starke Unter- oder Übersäuerung, zu hoher/niedriger Blutzucker, Elektrolytentgleisungen (Natrium, Kalzium, Kalium).
  • Schlaganfall / Durchblutungsstörungen im Gehirn
  • Schwere Kopfverletzungen / Hirntrauma
    Nach Sturz, Autounfall, Bissverletzung etc.
  • Portosystemischer Shunt (angeborener Leber-Gefäßfehler)
    Besonders bei jungen Katzen.
  • Andere Infektionen
    FIV, FeLV, Cryptococcus, bakterielle Meningitis.


Was sollte man tun, wenn man Head Pressing bei seiner Katze beobachtet?

  • Sofort handeln – nicht abwarten, ob es von selbst besser wird
  • Video aufnehmen (wichtig für den Tierarzt!)
  • Katze ruhig und dunkel lagern, Stress vermeiden
  • Direkt zum Tierarzt oder in die Tierklinik fahren (am besten eine mit Neurologie- und Notfall-Ausrüstung)
  • Keine Hausmittel oder Medikamente geben!

Die Ursache des Head Pressings wird j nach Verdacht durch eine neurologische Untersuchung, einem großen Blutbild (+ Leber- und Nierenwerte + Galle + Ammoniak), Infektions- und Entzündungsparameter,
Röntgen / Ultraschall (Leber, Bauch), einem MRT oder CT des Schädels (bei Verdacht auf Tumor / Schlaganfall), einer Liquoruntersuchung (bei Verdacht auf Enzephalitis) oder einem Toxin-Screening (bei Verdacht auf Vergiftung) ermittelt.


Prognose – hängt stark von der Ursache ab
  • Bei rechtzeitig behandelter Vergiftung oder metabolischer Entgleisung → gute Heilungschancen
  • Bei FIP (trockene Form mit neurologischer Beteiligung) → früher sehr schlecht, seit 2023/2024 deutlich besser durch GS-441524 / Molnupiravir-Therapien
  • Bei Hirntumor → oft nur palliative Therapie möglich
  • Bei angeborenem Shunt → Operation möglich, aber aufwendig

Head Pressing ist kein normales Katzenverhalten – es ist ein dringender Alarmruf des Nervensystems. Wenn eine Katze dieses Symptom zeigt, zählen Stunden. Je schneller eine Diagnose gestellt und eine gezielte Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Chancen, dass die Samtpfote wieder die Alte wird. Wenn man bei seiner Katze Head Pressing beobachtet, sollte man sofort zum Telefon greifen und losfahren – lieber einmal zu viel in der Klinik als einmal zu wenig.
Sehr informativ und auch wichtig zu wissen !
Danke für den POST, Ingo !  :thumbup:

El Gato

Head Pressing kann übrigens auch bei Hunden vorkommen.

Tigger, Micky, Lilly und Sugar im Herzen ❤️