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Bisphenol A (BPA) in Katzenfutter-Dosen

Begonnen von El Gato, 04.09.2026, 10:51:10 CEST

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El Gato

Bisphenol A in Katzenfutterdosen – besteht ein Gesundheitsrisiko für Katzen?

Nassfutter aus der Dose wird häufig in Metall- oder Weißblechdosen angeboten. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, ob die Innenbeschichtung solcher Dosen Bisphenol A (BPA) enthalten kann und ob der Stoff möglicherweise in das Katzenfutter übergeht.

Das Thema ist durchaus berechtigt, denn Bisphenol A steht seit Jahren wegen seiner möglichen hormonellen und anderen gesundheitlichen Wirkungen in der Kritik. Gleichzeitig sollte man zwischen wissenschaftlich nachgewiesenen Risiken und pauschalen Warnungen unterscheiden.


Was ist Bisphenol A?

Bisphenol A, kurz BPA, ist eine Industriechemikalie, die unter anderem zur Herstellung bestimmter Kunststoffe und Epoxidharze verwendet wird. Epoxidharze können als Schutzbeschichtung auf der Innenseite von Lebensmittel- und Getränkedosen eingesetzt werden.

Diese Beschichtung erfüllt eine wichtige technische Funktion: Sie verhindert unter anderem, dass das Metall der Dose mit dem Lebensmittel reagiert, korrodiert oder Metallbestandteile an das Lebensmittel abgibt.

BPA ist dabei nicht einfach ein Bestandteil des Futters. Vielmehr kann es in bestimmten Beschichtungsmaterialien beziehungsweise als Rückstand aus deren Herstellung vorhanden sein. Unter bestimmten Bedingungen können geringe Mengen in das Lebensmittel übergehen. Dies wird als Migration bezeichnet.


Kann BPA aus einer Futterdose in das Katzenfutter gelangen?

Grundsätzlich ist eine Migration möglich. Wie viel eines Stoffes aus einer Verpackung in deren Inhalt übergeht, hängt unter anderem vom verwendeten Beschichtungssystem, der Zusammensetzung des Lebensmittels, der Temperatur und der Dauer des Kontakts ab.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Katzenfutterdose automatisch BPA an das Futter abgibt oder dass das enthaltene Futter gesundheitsschädliche Mengen aufweist.


Warum ist BPA überhaupt problematisch?

Für Lebensmittelkontaktmaterialien existieren gesetzliche Vorgaben zur Begrenzung der Migration. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist allerdings darauf hin, dass für Innenbeschichtungen von Dosen keine Kennzeichnungspflicht besteht, anhand derer Verbraucher erkennen könnten, ob eine bestimmte Dose BPA enthält.

BPA ist deshalb besonders interessant, weil es biologisch wirksame Eigenschaften besitzt und unter anderem im Zusammenhang mit hormonellen Wirkungen untersucht wurde.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam bei ihrer umfassenden Neubewertung im Jahr 2023 zu dem Schluss, dass die ernährungsbedingte BPA-Exposition beim Menschen ein gesundheitliches Problem darstellen kann. Besonders hervorgehoben wurden mögliche Auswirkungen auf das Immunsystem.

Dabei ist wichtig: Diese Bewertung betrifft Menschen und nicht speziell Katzen.

Katzen sind keine kleinen Menschen. Ihr Stoffwechsel unterscheidet sich in zahlreichen Bereichen deutlich von unserem. Deshalb lässt sich aus einer gesundheitlichen Bewertung für Menschen nicht automatisch ableiten, dass die gleiche BPA-Menge für eine Katze genauso gefährlich ist.


Was bedeutet das für Katzen?

Genau hier liegt eines der größten Probleme bei der Diskussion über BPA in Katzenfutter: Es gibt wesentlich weniger belastbare Daten zur langfristigen BPA-Exposition von Katzen als zum Menschen.

Man sollte deshalb weder behaupten, dass BPA in Katzenfutter völlig harmlos sei, noch ohne entsprechende Untersuchungen behaupten, dass Katzenfutter aus Dosen dadurch grundsätzlich gesundheitsschädlich wird.

Eine mögliche Belastung hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Welche Innenbeschichtung wurde verwendet?
  • Enthält die Beschichtung tatsächlich BPA?
  • Wie viel BPA kann daraus in das Futter übergehen?
  • Wie häufig und über welchen Zeitraum nimmt die Katze das entsprechende Futter auf?
  • Wie hoch ist die tatsächliche BPA-Belastung des Futters?
  • Welche weiteren Quellen für Bisphenole existieren?

Die bloße Tatsache, dass ein Katzenfutter in einer Metalldose verkauft wird, erlaubt daher keine Aussage über die tatsächliche BPA-Belastung.


,,BPA-frei" bedeutet nicht automatisch ,,frei von Bisphenolen"

Ein weiterer wichtiger Punkt wird bei Diskussionen über BPA häufig übersehen.

Wird BPA durch einen anderen Stoff ersetzt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass damit alle möglichen Probleme beseitigt sind. Das BfR weist beispielsweise darauf hin, dass bei manchen BPA-freien Produkten andere Bisphenole wie Bisphenol S (BPS) verwendet werden können. Einige dieser Ersatzstoffe sind weniger umfassend untersucht.

Deshalb sollte man bei Verpackungen nicht nur auf das Schlagwort ,,BPA-frei" schauen. Ein Ersatzstoff ist nicht automatisch besser untersucht oder gesundheitlich unbedenklicher.


Gibt es BPA-freie Dosen?

Ja. Für Lebensmittel- und Getränkedosen stehen verschiedene BPA-freie Beschichtungssysteme zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Polyester-basierte Beschichtungen sowie verschiedene Mehrschicht- und andere Beschichtungssysteme.

Das BfR weist allerdings darauf hin, dass die unterschiedlichen Alternativen nicht für jede Anwendung technisch gleichermaßen geeignet sind und teilweise noch weiter gesundheitlich bewertet werden müssen.

Für Katzenhalter bedeutet das: Eine Dose ohne BPA ist grundsätzlich möglich, aber die genaue Beschichtung lässt sich von außen häufig nicht zuverlässig beurteilen.


Kann man erkennen, ob eine Katzenfutterdose BPA enthält?

Leider normalerweise nicht.

Für Innenbeschichtungen von Konservendosen besteht nach Angaben des BfR keine Kennzeichnungspflicht, aus der Verbraucher erkennen könnten, ob BPA verwendet wurde.

Auch das Aussehen einer Dose liefert keine verlässliche Information über ihre Beschichtung.

Wer es genau wissen möchte, kann sich daher höchstens an den Hersteller wenden und konkret fragen:

,,Ist die Innenbeschichtung Ihrer Katzenfutterdosen frei von Bisphenol A und anderen Bisphenolen?"

Eine bloße Aussage wie ,,BPA-freie Verpackung" sollte man gegebenenfalls genauer hinterfragen, insbesondere wenn man wissen möchte, ob tatsächlich keine Bisphenole eingesetzt werden.


Sollte man deshalb auf Nassfutter aus Dosen verzichten?

Aus den derzeit verfügbaren Informationen lässt sich daraus keine allgemeine Empfehlung ableiten, grundsätzlich auf Dosenfutter zu verzichten.

Viel wichtiger ist, die tatsächliche Bedeutung der möglichen Exposition nicht aus den Augen zu verlieren. Ein theoretisch möglicher Kontakt mit BPA bedeutet nicht automatisch eine gesundheitlich relevante Dosis.

Wer die mögliche Belastung vorsorglich reduzieren möchte, kann unterschiedliche Verpackungsarten verwenden und beispielsweise zwischen Dosen, Schalen und anderen geeigneten Verpackungen wechseln. Allerdings bedeutet eine andere Verpackungsform ebenfalls nicht automatisch, dass keinerlei hormonell wirksame oder andere chemische Stoffe aus dem Verpackungsmaterial in das Futter gelangen können.


Was können Katzenhalter praktisch tun?

Wer möglichst vorsichtig mit dem Thema umgehen möchte, kann einige einfache Maßnahmen beachten:

1. Hersteller nach der Beschichtung fragen

Bei regelmäßig gefütterten Produkten kann es sinnvoll sein, beim Hersteller nachzufragen, ob die Dosen-Innenbeschichtung BPA beziehungsweise Bisphenole enthält.


2. Nicht nur auf ,,BPA-frei" achten

Wenn man Bisphenole möglichst vermeiden möchte, ist eine konkrete Auskunft über die verwendete Beschichtung aussagekräftiger als ein allgemeiner Werbehinweis.


3. Unterschiedliche Verpackungen nutzen

Wer sehr große Mengen desselben Dosenfutters verfüttert, kann gegebenenfalls unterschiedliche Verpackungsarten kombinieren. Das ist allerdings eine Vorsichtsmaßnahme und kein wissenschaftlich belegter Schutz vor einer konkreten Erkrankung.


4. Beschädigte Dosen aussortieren

Stark verbeulte, aufgeblähte, undichte oder innen auffällig beschädigte Dosen sollten grundsätzlich nicht verfüttert werden. Das hat allerdings nicht speziell mit BPA zu tun, sondern mit der allgemeinen Lebensmittelsicherheit.


5. Nicht in der Dose lagern

Geöffnetes Nassfutter sollte nicht über längere Zeit in der geöffneten Dose aufbewahrt werden. Besser ist es, nicht verbrauchtes Futter in einen geeigneten, sauberen Behälter umzufüllen und entsprechend den Herstellerangaben beziehungsweise den üblichen Hygieneregeln zu lagern.


Fazit

Bisphenol A kann grundsätzlich bei bestimmten Innenbeschichtungen von Lebensmittel- und Getränkedosen eine Rolle spielen. Geringe Mengen können unter bestimmten Bedingungen aus Lebensmittelkontaktmaterialien in den Inhalt übergehen.

Die aktuelle wissenschaftliche Diskussion über BPA ist ernst zu nehmen. Die EFSA bewertet die ernährungsbedingte BPA-Exposition beim Menschen inzwischen als gesundheitlich bedenklich, insbesondere im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf das Immunsystem.

Für Katzen ist die Datenlage jedoch wesentlich dünner. Deshalb wäre es unseriös, aus den Erkenntnissen beim Menschen unmittelbar abzuleiten, dass Katzenfutter aus bestimmten Dosen krank macht.

Wer vorsorglich möglichst wenig BPA aus Verpackungen aufnehmen lassen möchte, kann Hersteller nach BPA- beziehungsweise Bisphenol-freien Beschichtungen fragen und unterschiedliche Verpackungsarten verwenden. Eine hundertprozentige Beurteilung ist für Verbraucher allerdings schwierig, weil die verwendete Innenbeschichtung von Futterdosen normalerweise nicht gekennzeichnet werden muss.

Kurz gesagt: Das Thema BPA in Katzenfutterdosen sollte man ernst nehmen, aber auch sachlich betrachten. Entscheidend ist nicht allein, ob eine Dose aus Metall besteht, sondern welche Beschichtung verwendet wird und wie viel eines Stoffes tatsächlich in das Futter übergeht.


Tigger, Micky, Lilly und Sugar im Herzen ❤️

El Gato

Laut Websuche sind die Dosen der Marken Pfotenliebe, Strayz und Granatapet BPA-frei. Wie es mit Kitty Cat, das vom selben Hersteller wie Granatapet kommt, aussieht, steht dort leider nicht.


Tigger, Micky, Lilly und Sugar im Herzen ❤️

Rosi

Ich finde man sollte alle Katzenfutterdosen von diesem Stoff "Befreien"sag ichs mal so.Manhc einer kann sich teueres Futter nicht leisten und diese Katzen-Hunde haben dann sprichwörtlich wieder mal die A-karte gezogen.
Kann man letztendlich auch auf den Menschen beziehen.
Traurig...


Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht
denken. Verfasser unbekannt.

El Gato

#3
Die Verwendung in Dosen für menschliche Lebensmittel soll ab dem 20. Juli 2028 vollständig verboten sein, und ich halte es für möglich, dass spätestens dann auch alle Tierfutter-Dosen bisphenolfrei sind, denn die Rohdosen und deren Innenbeschichtungen werden ja in denselben Werken hergestellt wie die für menschliche Lebensmittel, und es ist wahrscheinlich wirtschaftlicher, nur eine Sorte von Dosen zu produzieren.

Tigger, Micky, Lilly und Sugar im Herzen ❤️

Rosi

Lassen wir uns überraschen.Mich wundert eh nix mehr


Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht
denken. Verfasser unbekannt.

Bendix

Hier die Antwort, heute gekommen;

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an unserem defu Tierfutter. Wir bitten aufgrund eines hohen Anfragevolumens um Entschuldigung für die verzögerte Antwort.
 
Ein Teil unserer bereits produzierten Futterdosen sind noch mit einem Epoxidharz-Lack beschichtet, zu dessen Bestandteilen auch Bisphenol A gehört. Die Eignung der Dosen inklusive der Beschichtung wird in regelmäßigen Tests untersucht. Bei unabhängigen Migrationstests im Labor konnte bei Stichprobenprüfungen kein Übergang von Bisphenol A in unser Futter nachgewiesen werden.
Wir können Ihr Interesse an den Verpackungsbestandteilen verstehen und legen natürlich auch selbst einen Fokus auf dieses wichtige Thema. Die Erfahrungen zu anderen Innenlacken, bei denen Bisphenol A nicht beabsichtigt eingesetzt wird, sind noch immer begrenzt. Zum Beispiel bestehen keine langjährigen Erfahrungen mit befüllten Dosen, so dass wenig über die Haltbarkeit des darin befindlichen Produktes gesagt werden kann. Uns erreichen einige Anfragen von Kunden, welche sich Gedanken über die Migration von Metallen ins Futter machen. Auch diesem Sicherheitsaspekt müssen wir Rechnung tragen und daher auf ausreichend erforschte Verpackungssysteme zurückgreifen. Sie können sich sicher sein, dass wir die Entwicklung aufmerksam beobachten werden und die Unbedenklichkeit sowie die Wertigkeit des Futters unser höchstes Gut sind.
Auch wenn sich das Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien der EU-Kommission nicht auf Futtermittel bezieht, stehen wir im Austausch mit unseren Dosenlieferanten, um langfristig das komplette Sortiment auf BPA-NI Dosen umzustellen.
 
 
Mit freundlichen Grüßen

Teresa Dolle
Service defu

Rosi

Tja..da ich eh eine sehr große Skeptikerin bin,ich möchte Dich auch nicht entmutigen:
So sehe ich dies Schreiben zwiegespalten.
Gätten sie dir wirklich die Wahrheit gesagt?Ich glaube nein.
Es wird sich,alleine schon um den Ruf zu wahren,ein dementsprechendes Schreiben verfasst.

Nimms mir nicht krumm,es muss nicht sein,es kann auch sein,das mal die Wahrheit geschrieben wurde,nur kontrollieren kann man es nicht.(Wie vieles) ;)

Hast du gewisse Futtermittel mal bei Oekotest recherchiert?Nicht Stiftung Warentest..bloss ned!
Ich versuche dem Glauben zu schenken...


Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht
denken. Verfasser unbekannt.

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